Who Ya Gonna Reboot?
Heute läuft auch hierzulande der neue Ghostbusters-Film an, dann erfahren wir endlich, ob er die ganze Aufregerei in den letzten Monaten wert war. Ich freue mich drauf,
wie ich ja gelegentlich schon habe durchblicken lassen. Ich weiß, die Trailer, die es bisher so zu sehen gab, haben nicht allen, die sich dazu geäußert haben, so hundertprozentig gefallen, und einigen glaube ich sogar, dass das nicht am Geschlecht des neuen Teams lag. Der Humor sei anders, die Geister nicht gruselig, die Effekte digital…
Solchen Kritikern kann ich nur sagen: Ihr müsst ihn ja nicht gucken. Ehrlich, tut euch und uns, die ihn genießen wollen, einen Gefallen und guckt irgendwas anderes. Das könnt Ihr dann meinetwegen auch mit dem Original-Ghostbusters vergleichen. Ich jedenfalls fand die Geister genauso witzig und so wenig gruselig wie damals, den Humor genau so "mal hier, mal da" und die Effekte… ich bin ja auch kein Digitalfan, aber zumindest die Ästhetik schien mir sehr respektvoll gegenüber dem Original. Und was alles andere angeht,
hoffe ich sogar, dass sie es modernisiert haben. Denn so wie damals macht man heute keine Filme mehr. Und das ist auch gut so.
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Das Problem mit Comfort Food: Die richtige Messe für das richtige Zeug

Das ist halt der Unterschied, den muss man möglichst schon beim Packen berücksichtigen. Das eine ist eine Comic
messe, die, ganz Fachmesse, den Fokus auf Neuerscheinungen und Verlage hat, das andere ist eine
Comic Con, die mit Comics etwa so viel zu tun hat wie Comics mit Komik: Kann drin sein, muss aber nicht. Und man wird ständig danach gefragt.
Ferner gibt es noch
Börsen, wo der Fokus auf alten Comics liegt, angeboten von Händlern für Sammler, und
Mangaconventions, die ich mir vor Allem als Cosplayertreffen vorstelle, aber ich war noch nie bei einer, außer der Leipziger Buchmesse das eine Mal, kann das also nicht beurteilen. Plus natürlich Mischformen.
Als Zeichner und Selbstvermarkter muss man die verschiedenen Messen unterschiedlich bespielen, mal mehr mit Comics und mal mehr mit Merchandise oder Fan Art. Aber so richtig wissen kann man's nie. In Stuttgart gingen Comics zum Beispiel deutlich besser als in Hannover, auch wenn ich immer noch einen großen Teil meines Umsatzes mit Postern und Postkarten gemacht habe.
Und dann bleibt ja noch die Frage, was man wirklich anbieten
will.
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Wie verboten ist Fan Art?

Für uns in Deutschland ist es mitten in der Messe-Saison (ich habe diesen Sommer noch eine vor mir,
nächste Woche in Stuttgart), in den USA geht sie, glaube ich, gerade erst los. Egal: Seit letztem Wochenende
geistert ein Artikel durch die sozialen Medien, der sich aus urheberrechtlicher Perspektive mit der Fan Art befasst, also Bildern von geschützten Figuren, wie sie auf Messen gerne in den Zeichneralleen verkauft werden, auch mal im großen Umfang und gedruckt.
Autor Seth Polansky ist Anwalt und nach eigenem Bekunden kein regelmäßiger Besucher von Messen. Entsprechend beurteilt er seine Beobachtungen auf der Artist Alley aus rein rechtlicher Perspektive, und entsprechend einfach stellt sich die Situation für ihn dar: Das ist alles illegal. Und es gibt kein Unrechtsbewusstsein. (Die Rechtfertigungen, die man in dem Zusammenhang oft hört, sind tatsächlich, wie von Polansky beschrieben, alle falsch.) Noch schlimmer: Die Eigentümer der entsprechenden Inhalte tun nichts dagegen!
Besonders der letzte Punkt hätte ihm ein Hinweis sein können, dass hier noch andere Faktoren eine Rolle spielen und vielleicht ein bisschen mehr Einblick in die Fan- und Con-Kultur angebracht wäre, aber er liest gerade diesen Punkt als Verschärfung des Problems.
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Die Welt vor Erlangen
Morgen ist es mal wieder so weit: Die Welt (der deutschsprachigen Comics) schaut nach Erlangen, und ein großer Teil davon schaut nicht nur, sondern fährt selber hin. Der 17. Comic-Salon, erstmals gesponset von der Steuersoftware DATEV, denn wir Comiczeichner lieben eine gute Ironie,
hat sich sogar eine neue Webseite spendiert, so sehr haben sich alle herausgeputzt.
Ich ja sowieso. Wie immer bin ich mit der Edition PANEL da, wie noch nie sind wir diesmal in Halle C, gleich neben den Toiletten.
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Die Welt vor Conny Van Ehlsing

Etappe erreicht: Das
neue Conny-Van—Ehlsing Album ist so weit fertig und beim Drucker. Die ersten schweren, hochpeinlichen Fehler habe ich auch schon gefunden - nicht
Blue-Line-Edition-schwer und auch kein Tippfehler im Buchrückentext, aber wenn man's einmal gesehen hat, kann man's nicht mehr un-sehen.
Jetzt kommt erst mal der ganze Kleinkram dran - Previews sind schon bei
MyComics.de und der
torrent-Seite meines Vertrauens, die
Infoseite ist so weit eingerichtet und kann nach Bedarf erweitert werden (ich bin hier mit der Low-Tech-Variante gegangen, einer Comicseite im Blog), und eine
Bestellseite gibt's natürlich auch schon. (Portofrei bis zum Comic-Salon! Ich sag' ja nur…)
Bis zum Comic-Salon gibt's trotzdem noch genug zu tun. Die letzten Exklusiv-Downloads für die Patreon-Patrons sowie das Ebook und das dann auch wieder als Exklusivdownload für die Patrons (
hint, hint), was theoretisch nur ein Dateiexport wäre, aber einige Bilder waren ursprünglich Farbbilder, und ich will ja, dass das Ebook so gut ist, wie das geht. Einen CBZ-Download wird es übrigens diesmal wahrscheinlich nicht geben, weil ich das Album aus technischen Gründen diesmal wieder in InDesign zusammengezimmert habe, und dessen PDF-Export ist zwar vorbildlich, aber der Export in Grafiken eher ... nicht so.
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Wenn Du schon kennst, was Du schreibst, warum dann noch schreiben?

Ein Schreibtipp, den auch Nichtautoren immer wieder von sich geben, ist: "Schreib, was Du kennst". Die Theorie dahinter ist, dass man das, was man am besten kennt, auch am besten und umfangreichsten beschreiben und die reichhaltigsten Geschichten daraus schöpfen kann.
Als Tipp für völlige Anfänger, die einfach irgendwas zum Schreibenüben brauchen, ist dieser Ansatz natürlich ebenso sinnvoll wie jeder andere. Aber das ist nicht, wie ich ihn immer wieder höre. Ich glaube, dieser Satz hat bei angehenden Autoren mehr Schaden als Gutes angerichtet. Fairerweise sollte man aber hinzufügen, dass die meisten den Rat falsch verstehen.
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Helden im Zwielicht

Letzte Woche ist bei Netflix die zweite Staffel von
Daredevil herausgekommen, und heute läuft im Kino Zack Snyders 3D-Prügelei
Batman V Superman an. Ich bin mir bei beiden nicht so sicher, ob ich sie sehen will. Für beide gibt es gute Gründe (z. B. Wonder Woman), aber je mehr ich über beide höre, desto mehr glaube ich, die sind einfach nicht für mich.
Beide Verfilmungen scheinen mir eine Erwartung zu erfüllen, die das Superheldengenre mal vor 20-30 Jahren aufgestellt hat, mit
The Dark Knight Returns und so was. Damals waren diese düsteren, härteren Antworten auf das allzubunte und sorglose Superhelden-Genre willommen und notwendig. Alan Moore verglich 1987 im Vorwort zu Neil Gaimans
Violent Cases (bei Carlsen, glaub' ich) den Comic mit einem rotzigen Kind, das in die Pubertät kommt und "unangenehme Fragen über Sex und Politik stellt, ungewohnt eindrucksvoll Stellung bezieht und sich in Farben kleidet, in denen niemand über 25 beerdigt werden möchte."
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Selbstpromotion für Introvertierte
Eigentlich wollte ich heute etwas zum zehjährigen Jubiläum von Twitter schreiben, weil ich Twitter mag und auch wichtig finde für das, was ich als Online-Zeichner so tue. Dann fiel mir auf, dass ich das Wesentliche bereits vor Monaten in einem anderen, hier bisher unveröffentlichtem Post geschrieben habe. Und eigentlich ist der viel interessanter. Also dann...
In einem Schreibforum kam mal die Frage nach Buchpromotion für introvertierte Autoren auf, und das ist tatsächlich eine wirklich gute Frage. Immerhin setzt alles, was wir über Werbung und Eigenwerbung zu wissen glauben, ein gewisses Maß an Extrovertiertheit voraus. Die üblichen Strategien eines Selbstvermarkters bauen auf den Stärken des extrovertierten Charakters auf - Kommunikation, Aufsichselbstzeigen, ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein und keine Angst davor, im Mittelpunkt zu stehen.
Viele von uns sind aber Autoren, weil sie genau das Gegenteil von all dem lieben. Ich auf jeden Fall. Wie sehr ich es hasse, im Mittelpunkt zu stehen, habe ich ja schon im Nachwort von
Maxfiles erörtert, dem Comic, wo ich im Mittelpunkt stehe. Am liebsten würde ich einfach meine Comics für mich sprechen lassen, und zum guten Teil tue ich das auch - das ist ja gerade das Gute an Webcomics. Aber auf Dauer reicht das nicht, denn man will ja auch neue Leser dazugewinnen, Leute, die noch nie von diesen tollen Comics gehört haben. Ich muss also immer wieder über meinen Schatten springen und etwas tun, das mir eigentlich gegen die Natur geht, um die Comics zu verbreiten.
Der Trick ist, sich auch dabei auf die Strategien zu konzentrieren, die eben doch der eigenen Natur entsprechen.
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