Der m(ech)anische Comiczeichner

Wie Comics entstehen. Vom Jähling.


Sonntag, 6. September 2009
Neues "Mission Statement"
Arbeitsorganisation
Wenn ich mich jetzt hinsetzen würde und aufschreiben, was alles zum Comicmachen dazugehört - würde ich an alles denken? Nein. Nicht nur weil ich manchmal etwas schusselig bin, sondern vor allem, weil jede kreative Arbeit von Dingen geprägt ist, mit denen niemand rechnen kann. Dieses Blog begleitet seit zwei Jahren die Arbeit an meinen Comics. Inzwischen ist ein Album erschienen (das wahrscheinlich erste Comicalbum der Welt mit Audiokommentar, denn ich mag solche durchgeknallten Ideen, wie jeder Leser dieses Blogs weiß), und ein anderer Comic, an dem ich anfangs noch gearbeitet hatte, ist nicht erschienen. Ich habe mir Gedanken über Veröffentlichungsmodelle gemacht. Ich musste meine Arbeitsweise aus gesundheitlichen Gründen umstellen und mich mit unvorhersehbaren Tücken des Lebens im Netz auseinandersetzen. Ich habe neue Schreibprogramme entdeckt und alte verworfen. Verschiedene Techniken ausprobiert und mein Lieblingszeichenpapier nicht mehr kriegen können. Wenn ich mich vor zwei Jahren hingesetzt und aufgeschrieben hätte, was alles zum Comicmachen dazugehört, wäre all das dringewesen? Natürlich nicht, ist ja erst später passiert. Aber das ist nicht der Punkt. Wahrscheinlich wäre es nicht mal drin, wenn ich mich jetzt, nachdem es passiert ist, dransetzen würde. Arbeitsweisen, die ich nicht mehr anwende? Warum drüber schreiben? Meine Probleme mit unfähigen Online-Supports? Was hat das mit Comics zu tun?

Alles.

Genauso wie Comics eine Kunstform sind, die sich aus grundverschiedenen anderen Kunstformen zusammensetzt und diese dabei verändert, fließen auch alle möglichen Erfahrungen in meine Arbeit ein. Zumal ich ja nicht nur schreibe und zeichne ­­­- ich veröffentliche meine eigenen Comics, im Netz und im Druck, schicke aber auch regelmäßig Geschichten an Magazine und Anthologien.

Also gehört auch alles Mögliche in dieses Blog. Ich denke zum Beispiel darüber nach, es um Rezensionen zu erweitern, und natürlich nicht nur von Comics, sondern von Büchern, TV-Serien und Filmen (was ich beim Heranziehen von Beispielen immer schon gerne gemacht habe, weil man eine gute Lektion nicht abtun sollte, nur weil man sie im falschen Medium gelernt hat). Ein Blick auf Erfahrungen im Marketing und die Entwicklungen im Netz gehört ebenso zum geistigen Horizont des Comicmachers wie die Zeitungslektüre.

Irgendwann im Lauf der letzten zwei Jahre habe ich mit dem Gedanken gespielt, Teile dieses Blogs als Buch zu veröffentlichen, wenn ich erstmal ­­­- ja, wenn ich was? Alle Aspekte des Herausbringens von mindestens einem Buch hinter mich gebracht habe? Alles weiß? Berühmt bin? Es ist doch wahr, man ist nie fertig. Allerdings denke ich weiter darüber nach, vielleicht eBooks über Einzelthemen herauszubringen, vielleicht Podcasts. Was immer sich ergibt, denn auch das gehört zum Selbstverlegen, und das gehört zu meinen Comics. Und vielleicht kommt am Ende doch ein Buch dabei raus. Könnte ein interessantes Buch werden. Aber nie ein abschließendes. Davor und danach sammeln sich immer neue Erfahrungen, neues Wissen und Halbwissen.

Comics zu machen ist ein Prozess, und auch wenn der eine oder andere Comic irgendwann abgeschlossen wird, der Prozess ist es nie.

Und warum heißt das Blog jetzt "Der m(ech)anische Comiczeichner? Nun ja, ich fand's passend, denn um Comics zu machen, braucht man beides: das Aufbrausende, Be- und Entgeisterte Wesen des manischen Zwangscharakters; und die Regelmäßigkeit, die Routine, aber auch das Stoische, das sich im Mechanischen ausdrückt.

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