Der m(ech)anische Comiczeichner

Wie Comics entstehen. Vom Jähling.


Freitag, 20. Januar 2017
Was vom Witz übrigbleibt
Heute blicken alle nach Washington, und wenn es nur in der vagen Hoffnung ist, Donald Trump würde sich vielleicht doch noch im letzten Moment als aus dem Ruder gelaufener Witz von Außerirdischen entpuppen oder so was. Ich gebe zu, ich kann das ebensowenig mitansehen wie weggucken. Was für andere das Dschungelcamp ist, das ist für mich wohl die US-Politik.

Bereits ein paar Tage nach der Wahl habe ich zu dem Thema einen Artikel geschrieben, den ich in einer überarbeiteten Fassung letzte Woche auch auf deutsch bei der Leseshow zur neuen Ausgabe des Bremer Magazins mo:no vorgestellt habe. Wer den Text ganz (und mit Cartoons) lesen will (und noch viel mehr tolles Zeug), kann das Heft hier bestellen oder natürlich Patreon-Unterstützer werden, dann gibt es den Artikel als Download. Der Artikel umfasst einige Gedanken, die auch im Zusammenhang mit diesem Blog interessant sind, über mögliche Perspektiven beim Versuch, Humor aus einer üblen Lage zu ziehen. Das habe ich ja bereits vor zwei Jahren nach dem Charlie-Hebdo-Attentat angefangen.

Ich wollte hier eigentlich eine gekürzte Fassung des Artikels vorstellen, und das schon letzte Woche zur Lesung. Naja. Ich halt. Stattdesen habe ich mir noch mal die Originalnotizen vom Dezember angeguckt. Da stand noch viel drin, das es am Ende nicht in den Artikel geschafft hat, das aber für Leser dieses Blogs vielleicht umso interessanter ist. Statt einer Kurzfassung des ganzen Artikels gibt es hier jetzt also die Langfassung eines Teils.

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Freitag, 21. Oktober 2016
Sachen verkaufen, hier und da

Morgen bin ich zum wohl letzten Mal dieses Jahr auf einer Messe zu sehen, auf der Comic- und Mangaconvention in Hamburg. Mal sehen, wie viel von dem, was ich auf den letzten Messen gelernt habe, ich werde anwenden können.

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Dienstag, 20. September 2016
Absage! Keine Action bei der SPIEL
Wie's aussieht, werde ich dieses Jahr nicht auf der Comic-Action vertreten sein, ebensowenig wie die lieben Kollegen David Malambré und Michael Roos. Der Leander dagegen, der hält durch. David und ich haben schon überlegt, ihm ein paar von unseren Comics zu schicken, damit er die dann für uns verkauft.

Das tut mir natürlich vor Allem für die treuen LeserInnen und KundInnen leid, die uns da in den letzten Jahren immer besucht haben. Ich weiß noch nicht genau, wie ich das auffangen kann, habe mir aber schon ein paar Sachen überlegt. Für den Anfang lasse ich die Online-Bestellung des neuen Conny-Albums für den Rest der Messesaison (Ende Oktober oder so) portofrei. (Also, wenn Ihr nur das Album bestellt. Sonst ist es nur portobillig.) Und wer will, kann noch eine Originalzeichnung in A5 dazubestellen - eine der Skizzen, die ich auf Messen immer zeichne! Lasst euch überraschen, welche!

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Dienstag, 16. August 2016
Das letzte erste Album
Seit der Messe in Stuttgart ist das erste Conny-Van-Ehlsing-Album so ziemlich ausverkauft. Kwimbi hat noch einige Exemplare, Lulu ja sowieso und der ICOM-Shop, falls den überhaupt noch jemand betreibt. Vielleicht auch die eine oder andere Buchhandlung, die mich im Lauf der Jahre angeschrieben hat.

Ich dagegen habe nur noch beschädigte Ramschexemplare, die ich jetzt preislich gestaffelt zwischen "ziemlich schrott" und "völlig schrott" anbiete. Obwohl, der Innenteil ist okay, nur die Umschläge halt nicht.

Jetzt muss ich mir langsam mal überlegen, wie ich an Nachschub komme. Ist ja immerhin mein Bestseller, den kann ich nicht einfach nicht haben. Oder?

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Donnerstag, 4. August 2016
Who Ya Gonna Reboot?
Heute läuft auch hierzulande der neue Ghostbusters-Film an, dann erfahren wir endlich, ob er die ganze Aufregerei in den letzten Monaten wert war. Ich freue mich drauf, wie ich ja gelegentlich schon habe durchblicken lassen. Ich weiß, die Trailer, die es bisher so zu sehen gab, haben nicht allen, die sich dazu geäußert haben, so hundertprozentig gefallen, und einigen glaube ich sogar, dass das nicht am Geschlecht des neuen Teams lag. Der Humor sei anders, die Geister nicht gruselig, die Effekte digital…

Solchen Kritikern kann ich nur sagen: Ihr müsst ihn ja nicht gucken. Ehrlich, tut euch und uns, die ihn genießen wollen, einen Gefallen und guckt irgendwas anderes. Das könnt Ihr dann meinetwegen auch mit dem Original-Ghostbusters vergleichen. Ich jedenfalls fand die Geister genauso witzig und so wenig gruselig wie damals, den Humor genau so "mal hier, mal da" und die Effekte… ich bin ja auch kein Digitalfan, aber zumindest die Ästhetik schien mir sehr respektvoll gegenüber dem Original. Und was alles andere angeht, hoffe ich sogar, dass sie es modernisiert haben. Denn so wie damals macht man heute keine Filme mehr. Und das ist auch gut so.

Die prominenteste Kritik ist natürlich, dass es sich um Ghostbusterinnen handelt. Ich will hier nicht auf das Gejammer von Leuten eingehen, die ihre Jugend ruiniert sehen, weil sie jetzt erst merken, dass sie die ganze Zeit ebensogut Frauen hätten cool finden können - denen ist eh nicht zu helfen. Aber eine Frage, die immer wieder aufkommt, will ich doch kurz anreißen: Kann man, wenn man schon eh alles neu macht, nicht einfach alles neu machen, inklusive des Titels?

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Mittwoch, 29. Juni 2016
Das Problem mit Comfort Food: Die richtige Messe für das richtige Zeug
Das ist halt der Unterschied, den muss man möglichst schon beim Packen berücksichtigen. Das eine ist eine Comicmesse, die, ganz Fachmesse, den Fokus auf Neuerscheinungen und Verlage hat, das andere ist eine Comic Con, die mit Comics etwa so viel zu tun hat wie Comics mit Komik: Kann drin sein, muss aber nicht. Und man wird ständig danach gefragt.

Ferner gibt es noch Börsen, wo der Fokus auf alten Comics liegt, angeboten von Händlern für Sammler, und Mangaconventions, die ich mir vor Allem als Cosplayertreffen vorstelle, aber ich war noch nie bei einer, außer der Leipziger Buchmesse das eine Mal, kann das also nicht beurteilen. Plus natürlich Mischformen.

Als Zeichner und Selbstvermarkter muss man die verschiedenen Messen unterschiedlich bespielen, mal mehr mit Comics und mal mehr mit Merchandise oder Fan Art. Aber so richtig wissen kann man's nie. In Stuttgart gingen Comics zum Beispiel deutlich besser als in Hannover, auch wenn ich immer noch einen großen Teil meines Umsatzes mit Postern und Postkarten gemacht habe.

Und dann bleibt ja noch die Frage, was man wirklich anbieten will.

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Dienstag, 14. Juni 2016
Wie verboten ist Fan Art?
Für uns in Deutschland ist es mitten in der Messe-Saison (ich habe diesen Sommer noch eine vor mir, nächste Woche in Stuttgart), in den USA geht sie, glaube ich, gerade erst los. Egal: Seit letztem Wochenende geistert ein Artikel durch die sozialen Medien, der sich aus urheberrechtlicher Perspektive mit der Fan Art befasst, also Bildern von geschützten Figuren, wie sie auf Messen gerne in den Zeichneralleen verkauft werden, auch mal im großen Umfang und gedruckt.

Autor Seth Polansky ist Anwalt und nach eigenem Bekunden kein regelmäßiger Besucher von Messen. Entsprechend beurteilt er seine Beobachtungen auf der Artist Alley aus rein rechtlicher Perspektive, und entsprechend einfach stellt sich die Situation für ihn dar: Das ist alles illegal. Und es gibt kein Unrechtsbewusstsein. (Die Rechtfertigungen, die man in dem Zusammenhang oft hört, sind tatsächlich, wie von Polansky beschrieben, alle falsch.) Noch schlimmer: Die Eigentümer der entsprechenden Inhalte tun nichts dagegen!

Besonders der letzte Punkt hätte ihm ein Hinweis sein können, dass hier noch andere Faktoren eine Rolle spielen und vielleicht ein bisschen mehr Einblick in die Fan- und Con-Kultur angebracht wäre, aber er liest gerade diesen Punkt als Verschärfung des Problems.

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Mittwoch, 25. Mai 2016
Die Welt vor Erlangen
Morgen ist es mal wieder so weit: Die Welt (der deutschsprachigen Comics) schaut nach Erlangen, und ein großer Teil davon schaut nicht nur, sondern fährt selber hin. Der 17. Comic-Salon, erstmals gesponset von der Steuersoftware DATEV, denn wir Comiczeichner lieben eine gute Ironie, hat sich sogar eine neue Webseite spendiert, so sehr haben sich alle herausgeputzt.

Ich ja sowieso. Wie immer bin ich mit der Edition PANEL da, wie noch nie sind wir diesmal in Halle C, gleich neben den Toiletten.

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