Der m(ech)anische Comiczeichner

Wie Comics entstehen. Vom Jähling.


Freitag, 7. April 2017
Marvel: Ist Diversität vorbei?
Letztes Wochenende machte eine Bemerkung von Marvel Comics' Manager David Gabriel die Runde, die nach einer Tagung mit Comichändlern in Umlauf kam, Her zitiert nach der Süddeutschen Zeitung, damit ich das nicht selber übersetzen muss:
"Uns kam zu Ohren, dass die Leute nicht noch mehr Diversität wollen. Sie wollen keine weiblichen Charaktere. Das haben sie gesagt, ob wir das glauben oder nicht."
Später merkte er dann wohl selber, dass er da was ziemlich Missverständliches gesagt hatte, und fügte hinzu, dass dies keineswegs das Ende für Ms. Marvel oder gar The Mighty Thor bedeute:

"Wir haben auch von Läden gehört, in denen diese Figuren sehr gut laufen. Deshalb wollen wir sie auch künftig behalten, ohne unsere klassischen Superhelden zu vernachlässigen." (Was die Süddeutsche allerdings nicht davon abhält, das Ganze unter dem Titel "Marvels Superheldinnen sind Ladenhüter" zu berichten.)

Also, erstmal: Sind sie nicht. Ladenhüter. The Mighty Thor ist vielmehr die zweitstärkste Serie bei Marvel, und Ms. Marvel zieht nach wie vor stark im Buchhandel. Vielmehr haben, wie Comic Book Resources berichtet, die Heftverkäufe im letzten Herbst, nach dem letzten Großevent Secret Wars, allgemein stark nachgelassen, weshalb wohl Marvel jetzt auch die neue Einfachheit in den klassischen Serien sucht. CBR führt einige gute Gründe für diesen Einbruch an - etwa das Überangebot an neuen Serien, die Unübersichtlichkeit nach dem letzten Großevent und die Tatsache, dass mit dem Neustart der Serien danach eine Menge Abos ausliefen und nicht auf die neuen Serien übertragen wurden. Nix mit Diversität.

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Donnerstag, 30. März 2017
Bereite ich noch vor oder vermeide ich das gerade?
Morgen ist - in der Zukunft in Bremen - die zweite Lesung zur neuen Ausgabe von mo:no, dem Magazin, das ich mit herausgebe, und zum zweiten Mal mache ich mir wahrscheinlich viel zu viele Gedanken darüber, was ich da wohl lesen soll. So sehr so, dass ich jetzt schon darüber blogge, obwohl ich eigentlich die Lesung vorbereiten sollte.

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Freitag, 20. Januar 2017
Was vom Witz übrigbleibt
Heute blicken alle nach Washington, und wenn es nur in der vagen Hoffnung ist, Donald Trump würde sich vielleicht doch noch im letzten Moment als aus dem Ruder gelaufener Witz von Außerirdischen entpuppen oder so was. Ich gebe zu, ich kann das ebensowenig mitansehen wie weggucken. Was für andere das Dschungelcamp ist, das ist für mich wohl die US-Politik.

Bereits ein paar Tage nach der Wahl habe ich zu dem Thema einen Artikel geschrieben, den ich in einer überarbeiteten Fassung letzte Woche auch auf deutsch bei der Leseshow zur neuen Ausgabe des Bremer Magazins mo:no vorgestellt habe. Wer den Text ganz (und mit Cartoons) lesen will (und noch viel mehr tolles Zeug), kann das Heft hier bestellen oder natürlich Patreon-Unterstützer werden, dann gibt es den Artikel als Download. Der Artikel umfasst einige Gedanken, die auch im Zusammenhang mit diesem Blog interessant sind, über mögliche Perspektiven beim Versuch, Humor aus einer üblen Lage zu ziehen. Das habe ich ja bereits vor zwei Jahren nach dem Charlie-Hebdo-Attentat angefangen.

Ich wollte hier eigentlich eine gekürzte Fassung des Artikels vorstellen, und das schon letzte Woche zur Lesung. Naja. Ich halt. Stattdesen habe ich mir noch mal die Originalnotizen vom Dezember angeguckt. Da stand noch viel drin, das es am Ende nicht in den Artikel geschafft hat, das aber für Leser dieses Blogs vielleicht umso interessanter ist. Statt einer Kurzfassung des ganzen Artikels gibt es hier jetzt also die Langfassung eines Teils.

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Freitag, 21. Oktober 2016
Sachen verkaufen, hier und da

Morgen bin ich zum wohl letzten Mal dieses Jahr auf einer Messe zu sehen, auf der Comic- und Mangaconvention in Hamburg. Mal sehen, wie viel von dem, was ich auf den letzten Messen gelernt habe, ich werde anwenden können.

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Dienstag, 20. September 2016
Absage! Keine Action bei der SPIEL
Wie's aussieht, werde ich dieses Jahr nicht auf der Comic-Action vertreten sein, ebensowenig wie die lieben Kollegen David Malambré und Michael Roos. Der Leander dagegen, der hält durch. David und ich haben schon überlegt, ihm ein paar von unseren Comics zu schicken, damit er die dann für uns verkauft.

Das tut mir natürlich vor Allem für die treuen LeserInnen und KundInnen leid, die uns da in den letzten Jahren immer besucht haben. Ich weiß noch nicht genau, wie ich das auffangen kann, habe mir aber schon ein paar Sachen überlegt. Für den Anfang lasse ich die Online-Bestellung des neuen Conny-Albums für den Rest der Messesaison (Ende Oktober oder so) portofrei. (Also, wenn Ihr nur das Album bestellt. Sonst ist es nur portobillig.) Und wer will, kann noch eine Originalzeichnung in A5 dazubestellen - eine der Skizzen, die ich auf Messen immer zeichne! Lasst euch überraschen, welche!

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Dienstag, 16. August 2016
Das letzte erste Album
Seit der Messe in Stuttgart ist das erste Conny-Van-Ehlsing-Album so ziemlich ausverkauft. Kwimbi hat noch einige Exemplare, Lulu ja sowieso und der ICOM-Shop, falls den überhaupt noch jemand betreibt. Vielleicht auch die eine oder andere Buchhandlung, die mich im Lauf der Jahre angeschrieben hat.

Ich dagegen habe nur noch beschädigte Ramschexemplare, die ich jetzt preislich gestaffelt zwischen "ziemlich schrott" und "völlig schrott" anbiete. Obwohl, der Innenteil ist okay, nur die Umschläge halt nicht.

Jetzt muss ich mir langsam mal überlegen, wie ich an Nachschub komme. Ist ja immerhin mein Bestseller, den kann ich nicht einfach nicht haben. Oder?

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Donnerstag, 4. August 2016
Who Ya Gonna Reboot?
Heute läuft auch hierzulande der neue Ghostbusters-Film an, dann erfahren wir endlich, ob er die ganze Aufregerei in den letzten Monaten wert war. Ich freue mich drauf, wie ich ja gelegentlich schon habe durchblicken lassen. Ich weiß, die Trailer, die es bisher so zu sehen gab, haben nicht allen, die sich dazu geäußert haben, so hundertprozentig gefallen, und einigen glaube ich sogar, dass das nicht am Geschlecht des neuen Teams lag. Der Humor sei anders, die Geister nicht gruselig, die Effekte digital…

Solchen Kritikern kann ich nur sagen: Ihr müsst ihn ja nicht gucken. Ehrlich, tut euch und uns, die ihn genießen wollen, einen Gefallen und guckt irgendwas anderes. Das könnt Ihr dann meinetwegen auch mit dem Original-Ghostbusters vergleichen. Ich jedenfalls fand die Geister genauso witzig und so wenig gruselig wie damals, den Humor genau so "mal hier, mal da" und die Effekte… ich bin ja auch kein Digitalfan, aber zumindest die Ästhetik schien mir sehr respektvoll gegenüber dem Original. Und was alles andere angeht, hoffe ich sogar, dass sie es modernisiert haben. Denn so wie damals macht man heute keine Filme mehr. Und das ist auch gut so.

Die prominenteste Kritik ist natürlich, dass es sich um Ghostbusterinnen handelt. Ich will hier nicht auf das Gejammer von Leuten eingehen, die ihre Jugend ruiniert sehen, weil sie jetzt erst merken, dass sie die ganze Zeit ebensogut Frauen hätten cool finden können - denen ist eh nicht zu helfen. Aber eine Frage, die immer wieder aufkommt, will ich doch kurz anreißen: Kann man, wenn man schon eh alles neu macht, nicht einfach alles neu machen, inklusive des Titels?

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Mittwoch, 29. Juni 2016
Das Problem mit Comfort Food: Die richtige Messe für das richtige Zeug
Das ist halt der Unterschied, den muss man möglichst schon beim Packen berücksichtigen. Das eine ist eine Comicmesse, die, ganz Fachmesse, den Fokus auf Neuerscheinungen und Verlage hat, das andere ist eine Comic Con, die mit Comics etwa so viel zu tun hat wie Comics mit Komik: Kann drin sein, muss aber nicht. Und man wird ständig danach gefragt.

Ferner gibt es noch Börsen, wo der Fokus auf alten Comics liegt, angeboten von Händlern für Sammler, und Mangaconventions, die ich mir vor Allem als Cosplayertreffen vorstelle, aber ich war noch nie bei einer, außer der Leipziger Buchmesse das eine Mal, kann das also nicht beurteilen. Plus natürlich Mischformen.

Als Zeichner und Selbstvermarkter muss man die verschiedenen Messen unterschiedlich bespielen, mal mehr mit Comics und mal mehr mit Merchandise oder Fan Art. Aber so richtig wissen kann man's nie. In Stuttgart gingen Comics zum Beispiel deutlich besser als in Hannover, auch wenn ich immer noch einen großen Teil meines Umsatzes mit Postern und Postkarten gemacht habe.

Und dann bleibt ja noch die Frage, was man wirklich anbieten will.

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