Der m(ech)anische Comiczeichner

Max Vähling zeichnet Comics und redet darüber.


Montag, 7. März 2016
Bleiben wir unrealistisch - Band 5
Wie auf der Webseite und auf Patreon angekündigt, habe ich in den letzten Wochen endlich damit angefangen, die Comics für das fünfte Conny-Van-Ehlsing-Album aufzubereiten. Es gibt viel zu tun - neu zu tuschen, neu zu montieren, möglicherweise das eine oder andere umzuschreiben, wie ich das schon beim vierten Album gemacht habe. Und ich habe vor, das ganze diesmal so öffentlich wie möglich zu tun - hier ja sowieso, aber auch auf der Haupt-Webseite und - mit vollständigen Seiten - im Patreon-Feed. (Echt, jetzt ist eine gute Zeit, Unterstützer zu werden. Sag' ich ja nur.) (Aber wirklich, je nach Höhe der Unterstützung kriegt Ihr am Ende sogar das Album umsonst!)

Wie ich die Berichte zwischen diesem Blog und der Hauptseite verteile, weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich wird es hier ein bisschen technischer und grundsätzlicher und da ein bisschen ergebnisorientierter, wenn auch nicht ganz so ergebnisorientiert wie bei Patreon. (Denn da gibt's erst so richtig die Ergebnisse. Und wahrscheinlich einige der Zwischenergebnisse.)

Fertig sein muss das Ganze bis spätestens Ende April - das gibt mir im Schnitt noch etwa einen Tag pro Seite. Machbar, aber dazwischenkommen sollte besser nichts.

Schwieriger ist es mit den vielen anderen Dingen, die ich noch vorhatte. Wie erwähnt, soll Band 5 (vielleicht) der letzte Conny-Band im gegenwärtigen Format werden. (Je nachdem, ob ich bis dahin ein gutes neues Format finde.) Deshalb hatte ich noch ein paar Extras angedacht, zu denen ich jetzt wahrscheinlich nicht kommen werde:

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Montag, 29. Februar 2016
Weiße Oscars und Diversität
Letzte Nacht wurden in Hollywood die Oscars verliehen. Ich habe mir das nicht angeguckt, weil mich die Preise selber im Grunde nicht interessieren und mein Schlafrhythmus eh schon im Eimer ist, aber ich habe heute ein paar ausgewählte Clips aus der Show nachgeholt. Vor Allem auf Chris Rocks Eröffnungsmonolog nach der #Oscarssowhite-Kontroverse war ich gespannt.

Leider bricht der Clip ab, als Rock die nächste große Kontroverse - Stichwort #Askhermore - anspricht. (Ging das noch weiter? Würde ich gerne noch sehen.) Sexismus stand dieses Jahr wohl nicht so im Vordergrund.

Die #Oscarssowhite-Kontroverse begann, als vor einem Monat die Nominationen bekannt gegeben wurden - und in den Kategorien für beste Schauspieler und -innen nur Weiße benannt wurden. Begründet wurde das mit den üblichen Argumenten - dass Filme wie Straight Outta Compton einfach nicht das Format für eine Nominierung hatten, dass die wirklich großen Rollen nun mal an Weiße gegangen waren usw..

Wir sind inzwischen - so weit, so gut - an einem Punkt, an dem so was auffällt, zumal es einige gute Filme mit schwarzen Haupt- und Nebenfiguren gab.

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Freitag, 26. Februar 2016
Mehr Mimimi: Fuckscheißcomics
Die Webcomic-Kollegen Jeff Chi und Tim Gaedke haben gerade einen neuen Tumblr aufgemacht: Fuckscheißcomics ist eine Seite, auf der Nutzer anonym ihre Kritik an Comics, der Szene und so weiter loswerden können. Entstanden ist die Idee aus einer Twitter-Diskussion darüber, dass der Comicjournalismus in Deutschland als zu harmlos wahrgenommen wurde.

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Freitag, 5. Februar 2016
Ein Blick nach vorne.
Langsam mal Zeit, diesem 2016 doch eine Chance zu geben. Was ich bisher davon gesehen habe, gefiel mir zwar nicht besonders, aber vielleicht wird es besser, wenn man erstmal richtig drin ist.

Nicht nur zwischen den Jahren, sondern auch zwischen den Conny-Van-Ehlsing-Alben ist ein guter Punkt, um über meine Projekte nachzudenken. (Ich bin jetzt an einem guten möglichen Endpunkt für Band 5, ohne dass mich allzuviel Ballast von Band 6 verpflichtet, in derselben Richtung weiterzumachen.) Deshalb hat es dieses Jahr noch praktisch keine neuen Webcomics gegeben. (Naja, das, und ich habe ein neues Magazin mit herausgebracht. Und war zwischendruch krank. Aber vor allem das.)

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Sonntag, 24. Januar 2016
Bowie's in Space
Warum Bowie fehlt...
Promis nachzutrauern ist nicht so mein Ding. Normalerweise würdige ich ihre Leistung noch einmal, indem ich mir meinen Lieblingsfilm oder mein Lieblingsalbum in andächtiger Ruhe zu Gemüte führe, retweete vielleicht den einen oder anderen Tribut, der mir gefällt, und schaue dann weiter nach vorne, auf die sich ständig verändernde Kultur der Gegenwart und den Fluss der Impulse, der mich mit Sicherheit auch immer wieder an meinen alten Helden vorbeiführt. Aber ich bleibe da nicht lange stehen. Nostalgie ist auch nicht so mein Ding.

Aber das hier ist David Bowie.

Ganz andere Liga.

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Mittwoch, 11. November 2015
Genres: In a Galaxy not so Far Away
Voller MondNeulich habe ich The Martian gesehen, die Verfilmung eines "Dreadful Pitches" von mir. (Und habe ich auch nur eine Freikarte gekriegt? Nein!) Toller Film. Mich hat vor allem beeindruckt, wie kompetent in dem Film alle rüberkommen - Nicht nur der gestrandete Astronaut, auch die NASA-Mitarbeiter am Boden: Alle arbeiten im Vollbesitz ihrer Fähigkeiten. Die Geschichte kommt völlig ohne falsche, vermeidbare Konflikte durch Dummheit aus, die nur die Glaubwürdigkeit der Figuren beeinträchtig hätten. Und noch jemand wird im Film durchgehend als kompetent dargestellt, als wissenschaftlich belesen und fähig, bei all dem mitzuhalten - nämlich das Publikum.

Das Blog io9 würdigte neulich eine neue Renaissance des Weltraumfilms. Die Metapher des Goldenen Zeitalters wird zur Zeit etwas überstrapaziert (an einem Text über das sogenannte Goldene Zeitalter der US-Fernsehserien arbeite ich auch schon wieder seit ewig, aber die Recherchen sind so umfassend und jede Woche neu), aber Science Fiction erscheint tatsächlich so gegenwärtig und mainstreamtauglich wie schon lange nicht mehr. Das mag zum Teil daran liegen, dass die Technik zur Darstellung von Science-Fiction-Welten fortgeschritten ist und Filme wie Interstellar oder Gravity noch vor wenigen Jahren möglicherweise ziemlich witzlos gewirkt hätten. Was aber neben der Technik beeindruckt, ist eine erzählerische Neuorientierung.

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Montag, 2. November 2015
#NonNoWriMo
Es ist November, und für viele Autoren bedeutet das: NaNoWriMo, ein Monat, um die Storytelling- und Zeitmanagementinstinkte zu testen und einen vergleichsweise kurzen, noch völlig unbereinigten, aber vollständigen Roman zu schreiben. In meinem direkten Umfeld stellen sich mindestens schon mal TeMeL und der Lachwitz der Herausforderung. 50.000 Worte in einem Monat, das sind im Schnitt 1667 pro Tag, also ziemlich genau so viel wie dieser Artikel, denn den Spaß erlaube ich mir.

Aber ich werde wohl wieder nicht am NaNoWriMo teilnehmen, wenn mich nicht völlig überraschend in der ersten Woche noch der Schreibtaumel packt. Vor hatte ich es zwar immer schon, weil es eine tolle Einrichtung ist. Aber jedes Jahr im November finde ich mich in derselben Position: Zu viele Dinge, die noch fertig werden müssen und die ich nicht einfach so auf Dezember aufschieben kann. Und die vor allem aus allen möglichen verschiedenen Richtungen an meiner Aufmerksamkeit zerren, was das Umstellen von Ding Zu Ding zum anstrengendsten Teil der Übung macht. Da bin ich meist zu zerwurstelt für ein durchgehendes Projekt und kann ich nicht einfach jeden Tag zwei Stunden (so lang dauert es etwa, 1667 Worte zu schreiben, wenn dieser Artikel ein Maßstab ist) noch etwas völlig anderes dazu machen.

Was lässt sich eigentlich in einem Monat realisieren? Genauer, was traue ich mir zu? Denn während manche es schaffen, vier Romane im Jahr zu schreiben, kommen andere nicht über den Satz mit der dunklen und stürmischen Nacht hinaus. Zusätzlich hängt es stark von der Tages- oder Monatsform ab: Ich weiß von früheren Projekten, dass ich ganze Geschichten in kürzester Zeit und auf vollem Niveau heraushauen kann, aber danach brauche ich mindestens genau so lang Pause. Wenn es darum geht, wie viel von was ich in einem Monat schaffe, gibt es im Grunde drei Modi: Maximal, realistisch und Die Woche Danach.

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Dienstag, 13. Oktober 2015
Wieder eine Messe rum
Das war sie also wieder, die Comic Action bei der Spielemesse in Essen. Größer, lauter und besser besucht denn je - zumindest die Spiel selber, nicht so der Comicbereich, der war wieder mal noch kleiner als sonst. Auch die Zeichneralle war nach dem sehr bequemen letzten Jahr wieder ein ganzes Stück kleiner, nach den Gerüchten im Lauf des Jahres über ein mögliches Verkaufsverbot aber trotzdem nicht überlaufen. Und es scheinen weitgehend die richtigen Leute weggeblieben zu sein. Den Manga-Souvenir-Stand, der letztes Mal die Sicht auf uns versperrte, hat jedenfalls niemand vermisst.

Qualitativ gibt's nichts zu meckern. Die Stimmung war gut, und die Situation am äußersten Rand der Halle 2 schafft eine gewisse Verschworenheit. Die Zeichnerallee wird sowieso immer mehr zum geselligen Familientreffen. Gezeichnet wurde wie blöd, da kann sich die Messeleitung nun wirklich nicht beschweren - einige der Kollegen wie Leander Taubner und Michael Roos haben ihre Messezeichnungen regelmäßig getwittert und inzwischen gebloggt. Von mir gab's etwas weniger, weil ich zum Tumblrn mangels Netz rausgehen musste. Gut, dass ich schon einiges vorweg getweetet hatte.

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