Der m(ech)anische Comiczeichner

Wie Comics entstehen. Vom Jähling.


Freitag, 7. April 2017
Marvel: Ist Diversität vorbei?
Letztes Wochenende machte eine Bemerkung von Marvel Comics' Manager David Gabriel die Runde, die nach einer Tagung mit Comichändlern in Umlauf kam, Her zitiert nach der Süddeutschen Zeitung, damit ich das nicht selber übersetzen muss:
"Uns kam zu Ohren, dass die Leute nicht noch mehr Diversität wollen. Sie wollen keine weiblichen Charaktere. Das haben sie gesagt, ob wir das glauben oder nicht."
Später merkte er dann wohl selber, dass er da was ziemlich Missverständliches gesagt hatte, und fügte hinzu, dass dies keineswegs das Ende für Ms. Marvel oder gar The Mighty Thor bedeute:

"Wir haben auch von Läden gehört, in denen diese Figuren sehr gut laufen. Deshalb wollen wir sie auch künftig behalten, ohne unsere klassischen Superhelden zu vernachlässigen." (Was die Süddeutsche allerdings nicht davon abhält, das Ganze unter dem Titel "Marvels Superheldinnen sind Ladenhüter" zu berichten.)

Also, erstmal: Sind sie nicht. Ladenhüter. The Mighty Thor ist vielmehr die zweitstärkste Serie bei Marvel, und Ms. Marvel zieht nach wie vor stark im Buchhandel. Vielmehr haben, wie Comic Book Resources berichtet, die Heftverkäufe im letzten Herbst, nach dem letzten Großevent Secret Wars, allgemein stark nachgelassen, weshalb wohl Marvel jetzt auch die neue Einfachheit in den klassischen Serien sucht. CBR führt einige gute Gründe für diesen Einbruch an - etwa das Überangebot an neuen Serien, die Unübersichtlichkeit nach dem letzten Großevent und die Tatsache, dass mit dem Neustart der Serien danach eine Menge Abos ausliefen und nicht auf die neuen Serien übertragen wurden. Nix mit Diversität.

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Freitag, 21. Oktober 2016
Sachen verkaufen, hier und da

Morgen bin ich zum wohl letzten Mal dieses Jahr auf einer Messe zu sehen, auf der Comic- und Mangaconvention in Hamburg. Mal sehen, wie viel von dem, was ich auf den letzten Messen gelernt habe, ich werde anwenden können.

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Dienstag, 20. September 2016
Absage! Keine Action bei der SPIEL
Wie's aussieht, werde ich dieses Jahr nicht auf der Comic-Action vertreten sein, ebensowenig wie die lieben Kollegen David Malambré und Michael Roos. Der Leander dagegen, der hält durch. David und ich haben schon überlegt, ihm ein paar von unseren Comics zu schicken, damit er die dann für uns verkauft.

Das tut mir natürlich vor Allem für die treuen LeserInnen und KundInnen leid, die uns da in den letzten Jahren immer besucht haben. Ich weiß noch nicht genau, wie ich das auffangen kann, habe mir aber schon ein paar Sachen überlegt. Für den Anfang lasse ich die Online-Bestellung des neuen Conny-Albums für den Rest der Messesaison (Ende Oktober oder so) portofrei. (Also, wenn Ihr nur das Album bestellt. Sonst ist es nur portobillig.) Und wer will, kann noch eine Originalzeichnung in A5 dazubestellen - eine der Skizzen, die ich auf Messen immer zeichne! Lasst euch überraschen, welche!

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Mittwoch, 29. Juni 2016
Das Problem mit Comfort Food: Die richtige Messe für das richtige Zeug
Das ist halt der Unterschied, den muss man möglichst schon beim Packen berücksichtigen. Das eine ist eine Comicmesse, die, ganz Fachmesse, den Fokus auf Neuerscheinungen und Verlage hat, das andere ist eine Comic Con, die mit Comics etwa so viel zu tun hat wie Comics mit Komik: Kann drin sein, muss aber nicht. Und man wird ständig danach gefragt.

Ferner gibt es noch Börsen, wo der Fokus auf alten Comics liegt, angeboten von Händlern für Sammler, und Mangaconventions, die ich mir vor Allem als Cosplayertreffen vorstelle, aber ich war noch nie bei einer, außer der Leipziger Buchmesse das eine Mal, kann das also nicht beurteilen. Plus natürlich Mischformen.

Als Zeichner und Selbstvermarkter muss man die verschiedenen Messen unterschiedlich bespielen, mal mehr mit Comics und mal mehr mit Merchandise oder Fan Art. Aber so richtig wissen kann man's nie. In Stuttgart gingen Comics zum Beispiel deutlich besser als in Hannover, auch wenn ich immer noch einen großen Teil meines Umsatzes mit Postern und Postkarten gemacht habe.

Und dann bleibt ja noch die Frage, was man wirklich anbieten will.

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Dienstag, 14. Juni 2016
Wie verboten ist Fan Art?
Für uns in Deutschland ist es mitten in der Messe-Saison (ich habe diesen Sommer noch eine vor mir, nächste Woche in Stuttgart), in den USA geht sie, glaube ich, gerade erst los. Egal: Seit letztem Wochenende geistert ein Artikel durch die sozialen Medien, der sich aus urheberrechtlicher Perspektive mit der Fan Art befasst, also Bildern von geschützten Figuren, wie sie auf Messen gerne in den Zeichneralleen verkauft werden, auch mal im großen Umfang und gedruckt.

Autor Seth Polansky ist Anwalt und nach eigenem Bekunden kein regelmäßiger Besucher von Messen. Entsprechend beurteilt er seine Beobachtungen auf der Artist Alley aus rein rechtlicher Perspektive, und entsprechend einfach stellt sich die Situation für ihn dar: Das ist alles illegal. Und es gibt kein Unrechtsbewusstsein. (Die Rechtfertigungen, die man in dem Zusammenhang oft hört, sind tatsächlich, wie von Polansky beschrieben, alle falsch.) Noch schlimmer: Die Eigentümer der entsprechenden Inhalte tun nichts dagegen!

Besonders der letzte Punkt hätte ihm ein Hinweis sein können, dass hier noch andere Faktoren eine Rolle spielen und vielleicht ein bisschen mehr Einblick in die Fan- und Con-Kultur angebracht wäre, aber er liest gerade diesen Punkt als Verschärfung des Problems.

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Mittwoch, 25. Mai 2016
Die Welt vor Erlangen
Morgen ist es mal wieder so weit: Die Welt (der deutschsprachigen Comics) schaut nach Erlangen, und ein großer Teil davon schaut nicht nur, sondern fährt selber hin. Der 17. Comic-Salon, erstmals gesponset von der Steuersoftware DATEV, denn wir Comiczeichner lieben eine gute Ironie, hat sich sogar eine neue Webseite spendiert, so sehr haben sich alle herausgeputzt.

Ich ja sowieso. Wie immer bin ich mit der Edition PANEL da, wie noch nie sind wir diesmal in Halle C, gleich neben den Toiletten.

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Dienstag, 13. Oktober 2015
Wieder eine Messe rum
Das war sie also wieder, die Comic Action bei der Spielemesse in Essen. Größer, lauter und besser besucht denn je - zumindest die Spiel selber, nicht so der Comicbereich, der war wieder mal noch kleiner als sonst. Auch die Zeichneralle war nach dem sehr bequemen letzten Jahr wieder ein ganzes Stück kleiner, nach den Gerüchten im Lauf des Jahres über ein mögliches Verkaufsverbot aber trotzdem nicht überlaufen. Und es scheinen weitgehend die richtigen Leute weggeblieben zu sein. Den Manga-Souvenir-Stand, der letztes Mal die Sicht auf uns versperrte, hat jedenfalls niemand vermisst.

Qualitativ gibt's nichts zu meckern. Die Stimmung war gut, und die Situation am äußersten Rand der Halle 2 schafft eine gewisse Verschworenheit. Die Zeichnerallee wird sowieso immer mehr zum geselligen Familientreffen. Gezeichnet wurde wie blöd, da kann sich die Messeleitung nun wirklich nicht beschweren - einige der Kollegen wie Leander Taubner und Michael Roos haben ihre Messezeichnungen regelmäßig getwittert und inzwischen gebloggt. Von mir gab's etwas weniger, weil ich zum Tumblrn mangels Netz rausgehen musste. Gut, dass ich schon einiges vorweg getweetet hatte.

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Mittwoch, 22. Oktober 2014
Nach dem Essen
So, die ersten Messe-Nachbearbeitungen sind raus, jetzt kann ich auch mal ein paar weiterführende Gedanken formulieren.

Bei der Zeichnerallee war erstmals auch am Samstag mehr als genug Platz für alle, sich auch ordentlich zu präsentieren. Was vielleicht auch daran lag, dass einige keinen Zug gekriegt haben. Leider schien der Bahnstreik auch viele Besucher getroffen zu haben, denn irgendwie war nicht so viel los wie sonst.

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Mittwoch, 31. Oktober 2012
Nach der Messe: Der kleine Abakus im Kopf
Die Spielemesse in Essen ist nun auch schon wieder mehr als eine Woche vorbei, und eigentlich ist jetzt nicht mehr die Zeit für Nachbetrachtungen. Aber da ich den Großteil der letzten Woche damit verbracht habe, einen Messerückblick für MyComics.de zusammenzustellen, bin ich irgendwie noch im Thema. Und einige meiner Zeichner-vom-Rhein-Kollegen werden an diesem Wochenende schon wieder auf einer Messe auftreten - der Intercomic in Köln -, weshalb sich das allgemeine Thema eh nicht erledigt hat.

Über die Comic-Action selber muss ich nicht viel schreiben, das haben schon alle anderen gemacht. Ich empfehle den Podcast von Alexander Lachwitz, nicht nur weil ich darin vorkomme, sondern auch weil er einen sehr guten Eindruck vermittelt.

Nach einer Messe fragt man sich natürlich, ob sich's gelohnt hat oder ob man besser hätte zuhause bleiben und das Reisegeld in irgendeine Werbemaßnahme stecken sollen. (Genauso läuft bei jedem Verkauf ein Taxameter im Kopf mit, wann die Druckkosten wieder eingespielt sind.) Dann stellt man, je nach persönlicher Verbissenheit, Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen zusammen, rechnet die vielleicht noch auf die aufgewendeten Stunden um - und fährt beim nächsten Mal trotzdem wieder hin.

Im Grunde ist das alles Quatsch.

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Mittwoch, 10. Oktober 2012
Pitching: zwischen Beschreibung und Vergleich
Ich lese gerade wieder Derek Sivers' Gratis-Ebook "How to Call Attention to your Music". Sivers ist der Gründer des CD-Versandhandels CD Baby, bei dem ich genau ein mal bestellt habe, aber das ist heute noch eine meiner Lieblings-CDs. (Like an Engine von Amilia K. Spicer.) Später verdutzte er einen Haufen Leute, indem er CD Baby verkaufte und das Geld spendete. Heute schreibt und spricht er über Themen wie Selbstpromotion und den Mut, was Besonderes anzufangen.

Das Ebook enthält eine Menge guter Tipps, die nicht nur für Musiker interessant sind. (Ehrlich, wer glaubt, Musikertipps hätten nur Belang für andere Musiker, hat etwas Wesentliches beim Konzept der kreativen Arbeit nicht kapiert, und außerdem dieses Blog nicht aufmerksam genug gelesen.) Ich werde sicher noch ein paar davon hier besprechen. Hier soll es erstmal um einen davon gehen, und der hat auch mit Amilia K. Spicer zu tun.

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