Flattr: was aus meinen ersten paar Euro geworden ist
Wie es aussieht, habe ich heute einen kleinen Gastauftritt beim Webcomic Beacon, einem Webcomic-Podcast, bei dem es diesmal um Methoden geht, mit Comics Geld zu verdienen. Ich habe als eine dieser Methoden Flattr vorgeschlagen, und darum soll's dann nachher gehen. Ein guter Zeitpunkt, um, wie einst versprochen, eine erste kleine Evaluation zu machen.
Für alle, die noch nichts davon gehört haben (und Ihr solltet, schon damit Ihr so tolle Comiczeichner wie mich unterstützen könnt): Flattr ist ein kombiniertes Schulterklopf- und Bezahlsystem. Jede Webseite, die Du durch einen Klick auf den Flattr-Button lobst, erhält einen Anteil an den (mindestens) zwei Euro, die Du jeden Monat als Guthaben einsetzt. Und Du, wenn Du ebenfalls eine Webseite mit Flattr-Button hast, kriegst wiederum von anderen Mitgliedern was zurück. Und so reihum.
Der eindeutige Vorteil gegenüber dem sonst üblichen Spendenknopf: Das Geld ist bereits ausgegeben, es gibt also praktisch keinen Grund mehr, nicht auf den Flattr-Knopf zu drücken, wenn dir was gefällt. Es wird dadurch auch nicht teurer, denn den monatlichen Beitrag legst Du vorher fest.
Ich hatte trotzdem anfangs meine Zweifel, ob sich dieses System für Betreiber kleinerer Webseiten wie meiner lohnt. Denn rein rechnerisch muss es für jeden, der zwei Euro mehr verdient, Leute geben, die die zwei Euro ausgeben und nicht wiederkriegen. Ich habe deshalb meine Teilhabe an Flattr erstmal nur auf ein paar Monate begrenzt - vier Monate, um genau zu sein, oder noch genauer, acht Euro, plus was auch immer in dieser Zeit an Guthaben rauskommt. Die vier Monate - genauer: dreieinhalb - sind jetzt vorbei. Also, gucken wir mal.
So sieht's bei mir aus
Kollege Wittek hat alle Comiczeichner, die er kennt (und das sind einige) gebeten, ihre Arbeitsplätze zu fotografieren und ins Netz zu stellen. Na dann...
Nicht nur ein Unwort, sondern auch schlechte Schreibe
Gestern wurde das "Unwort des Jahres" bekanntgegeben: "alternativlos". Die Entscheidung ist, wie's aussieht, nicht unumstritten, aber ich find's richtig. Mit diesem Wort wird ganz schön viel Schaden angerichtet. In einem anderen Zusammenhang habe ich die zugrundeliegende Denkweise mal als Katastrophenlogik beschrieben. Damals ging es um eine eskalierende Investitions- und Sozialabbaupolitik:
Die Logik hinter all dem ist nicht mehr die der Krise. Das wäre nicht dramatisch genug. Es muss schon die totale Katastrophe sein, denn erst die erfordert es, über sich hinauszuwachsen und drastische Maßnahmen einzuführen, die dann nicht mehr hinterfragt werden können.
("Dekonstruktion des Verschwindens", im Projektreader "Tales From Hazyland", 2005)
Es ist diese Nicht-Hinterfragbarkeit, die "alternativlos" so gefährlich macht. Das gilt nicht nur in der Politik, sondern auch im Storytelling.
Wer jetzt glaubt, ich lasse meine alten Webpräsenzen verwahrlosen, hat zumindest halb recht. Ich bin gerade dabei, eine neue Webseite für mich zu entwerfen. Zwei, genaugenommen - eine englische und eine deutsche. Sinn der Sache ist, dass mehr von meinen Inhalten aus einer Hand kommen sollen. Leichter zu überblicken für euch, leichter zu handhaben für mich. Und das ist der Grund, weshalb ich lange nicht mehr zum Bloggen gekommen bin. Weil ich selber nicht ganz sicher war, wohin.
Über kurz oder lang (eher lang) wird auch dieses Blog Teil des neuen, großen Dreadful Gate. Aber ob ich es in die deutsche Seite integriere oder als eigenes Blog daneben installiere, ob ich das ganze Blog übernehme oder als eine Art m(ech)anischer Comiczeichner 2.0 neu aufstelle - das weiß ich alles noch nicht.
Von links nach rechts: David Malambré (Demolition Squad), ich (komme natürlich als letzter), Sarah Burrini (Das Leben ist kein Ponyhof), Moderator Bernd Glasstetter (Splashcomics), David Boller (Zampano), Arne Schulenberg (Union der Helden) und Nina Ruzicka (Der Tod und das Mädchen). Selbst wenn die Diskussion selber gefloppt wäre, allein dafür, diese Leute mal zu treffen, die ich sonst nur aus Foren, Mails, Tweets und natürlich ihren Comics kenne, hätte sich's gelohnt. Ist aber nicht gefloppt. Die Veranstaltung war ordentlich besucht, die Gesprächsatmosphäre angenehm. Ob es auch informativ war, kann ich natürlich nicht beurteilen.
Erlangt und erlungen
Der Comic-Salon in Erlangen ist bereits seit vorgestern vorbei. So gesehen, bin ich ein wenig spät dran mit meinem Rückblick. Aber ich bin ja aus Norddeutschland, da ist meine Heimreise etwas länger. Gestern am frühen Abend kam ich an - und fand auf meinem Schreibtisch die 24-Stunden-Comics, die in der Zwischenzeit eingetroffen waren! (Immerhin, die Dinger sehen wunderbar aus, nur so richtig darüber freuen kann ich mich gerade nicht.)
Hier also ein paar erste Betrachtungen. Einiges hiervon werde ich in absehbarer Zeit noch vertiefen.
Letzte Vorbereitungen
Weil ich wohl nicht genug zu tun hatte in den letzten 24 Stunden vor dem Comic-Salon, habe ich noch schnell diesen Flyer montiert:
Ich glaube, bis jetzt ist beim Erstellen der neuen Comics so ziemlich alles schiefgegangen, was schiefgehen kann, ohne die Gesetze der Physik zu verletzen. Erst ließ sich mein altes Layoutprogramm nicht auf dem neuen Rechner installieren, dann stürzte es auf dem alten ab, der übrigens inzwischen so langsam ist, dass das allein mich bestimmt eine Woche gekostet hat. Dann klappt es mit dem Einloggen bei Comixpress nicht, so dass ich ein neues Nutzerkonto einrichten muss, und genau als ich eine schnelle Verarbeitung brauche, stürzt deren Server für die schnelle Verrarbeitung von Sachen ab. Oh, und die Druckauflage habe ich auch falsch eingegeben.
In der Zwischenzeit habe ich mich auf dem neuen Rechner in ein neues Layoutprogramm eingearbeitet, was schneller gegangen sein dürfte, als ein neues Projekt auf dem alten Rechner anzulegen. Dieses Layout ging dann, was die Technik angeht, recht flott, aber der Upload beim Drucker nicht. Zum Glück ist der in Bremen, so dass ich die CD vorbeibringen konnte. Und nochmal, als die nicht ging. Und so weiter.
Kurzer Stand der Dinge, was meine Neuveröffentlichungen angeht...