Der m(ech)anische Comiczeichner

Max Vähling zeichnet Comics und redet darüber.


Freitag, 20. Juli 2007
Instant-Skripting, und was danach kommt
Arbeitsorganisation
Vor einigen Monaten hat ein Film-Blog einen unvergesslichen Artikel veröffentlicht: Eine Anleitung, wie man ein Genre-Skript in einer Woche fertig kriegt. Ich hatte nie vor, diese Anleitung direkt zu befolgen, denn zum einen müsste ich mir so eine Woche mühsam freischaufeln, und zum anderen hatte ich meine Beat-The-Clock-Erfahrung schon mit dem 24-Stunden-Comic. Aber losgelassen hat mich die Idee doch nicht.

Mein erster Gedanke war: kann ich das auf Comics anwenden?

Mein zweiter Gedanke war: Kann ich das so umdenken, dass es nicht mehr eine Schreibübung für zwischendurch ist, sondern eine Schreibmethode für den Alltag?

Mein dritter Gedanke war: Wann fange ich an?

Okay, der dritte Gedanke hat mich rausgehauen, und ich hab's erstmal auf sich beruhen lassen. Aber ein paar Ideen haben sich festgesetzt:

- Schreib Genre. Das bedeutet, bediene dich etablierter Regeln, statt bei Null anzufangen.

- Schreib schnell. Im Zweifel schreib es runter und guck später nochmal, ob Du es verwerten kannst.

- Schreibe auf eine bestimmte Seitenzahl hin. So besteht keine Gefahr, dass Du dich in Nebenhandlungen verzettelst.

- Mache Skizzen. Die kannst Du im Anhang des Heftes benutzen.

An dieser Stelle trifft meine Wieviel-ist-ein-Heft-Formel auf den viralen Pragmatismus des "Mad Pulp Bastard" Bill Cunningham, nach dem die ideale Länge für einen Film 90-95 Minuten sind, denn so passt noch ein Making-Of auf eine Standard-DVD, und man hat ein rundes Paket. Cunningham empfiehlt auch, das Skript gar nicht auf mehr als 90 Minuten anzulegen, denn umso weniger muss man drehen, und umso billiger wird der Film. Übertragen auf Comics spart das nicht unbedingt Geld, aber auf jeden Fall Zeit.

Und dann gab es noch den unbezahlbaren Tipp:

- Mach keine hohe Kunst. Es geht darum, eine solide Genre-Arbeit abzuliefern.

Das klingt jetzt ziemlich nach "hack writing", nach dem seelenlosen Runterschreiben von Auftragsarbeiten. Aber das ist nur dann der Fall, wenn Du seelenlos rangehst. Es geht auch so:

- Schnapp Dir eine Idee (ein Genre, eine Situation), die Dir am Herzen liegt.

- Setze einen engen, verbindlichen Zeitplan auf.

- Halte Dich dran.

Und ganz wichtig:

- Plane vor. Je besser die Geschichte vor dem eigentlichen Schreiben ausgestaltet ist, desto weniger hältst Du dich später an unwichtigen Details auf.

Mehr zu jedem dieser Punkte später, im weiteren Verlauf dieses Blogs.

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